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Blende, Verschlusszeit und ISO
Digitalkameras – auch die in Smartphones integrierten – nehmen Licht mithilfe eines Sensors auf und wandeln diese Signale in ein digitales Bild um, das gespeichert und weiterbearbeitet werden kann. Auf diese Weise entsteht aus Licht ein Foto.
Fotografinnen und Fotografen kann man deshalb im übertragenen Sinne als „Lichtfänger“ bezeichnen. Sie setzen Licht, Schatten und Perspektive gezielt ein, um Motive hervorzuheben und bestimmte Stimmungen einzufangen. 📷
Das wichtigste Bauteil einer Kamera ist der Bildsensor. Seine Größe bestimmt, wie viel Licht aufgenommen werden kann – je größer die Sensorfläche, desto mehr Licht steht für die Bildaufnahme zur Verfügung.
Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen (Low Light) hat die Sensorgröße einen großen Einfluss auf die Bildqualität. Dabei ist nicht die Anzahl der Megapixel entscheidend, sondern vor allem die tatsächliche Sensorgröße, die meist in Zoll angegeben wird.
Smartphones besitzen im Vergleich zu klassischen Kameras deutlich kleinere Sensoren. Deshalb sind sie für professionelle Anwendungen nur begrenzt geeignet, auch wenn moderne Software und intelligente Algorithmen viele dieser Nachteile teilweise ausgleichen können. 📷
Die Brennweite eines Objektivs kann in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:
Weitwinkelobjektive haben eine kurze Brennweite, beispielsweise etwa 24 mm.
Das normale Sichtfeld des menschlichen Auges entspricht ungefähr einer Brennweite von 50 mm.
Teleobjektive hingegen verfügen über eine längere Brennweite, zum Beispiel 70 mm oder mehr. 📷
Sehr kurze Brennweiten erfassen zwar einen größeren Bildausschnitt – das ist zum Beispiel praktisch, wenn bei einem Selfie möglichst viele Personen ins Bild passen sollen. Allerdings entstehen dabei oft perspektivische Verzerrungen: Gesichtsteile wie Augen, Nase oder Lippen wirken größer, während Ohren und äußere Bereiche des Gesichts kleiner erscheinen.
Tipp für Porträts:
Verwende eine Brennweite von mindestens 50 mm. Dadurch werden Verzerrungen reduziert und gleichzeitig entsteht der beliebte Bokeh-Effekt, also eine angenehme Hintergrundunschärfe.
Neben dieser perspektivischen Verzerrung gibt es auch optische Verzeichnungen, die durch minderwertige Objektivlinsen entstehen können.
Die drei wichtigsten Kameraeinstellungen
Mit drei grundlegenden Kameraeinstellungen lassen sich gezielt kreative Effekte erzeugen:
- Blende – beeinflusst die Hintergrundunschärfe (Bokeh)
- Verschlusszeit – steuert Bewegungsunschärfe
- ISO – reguliert die Lichtempfindlichkeit
Alle drei bestimmen gemeinsam, wie viel Licht auf den Sensor trifft. Dabei muss die Belichtung immer ausgewogen sein: Zu viel Licht führt zu Überbelichtung, zu wenig zu Unterbelichtung. Deshalb müssen Blende, Verschlusszeit und ISO stets aufeinander abgestimmt werden.
1. Blende
Die Blende befindet sich im Objektiv und kann stufenweise geöffnet oder geschlossen werden. Eine kleine Blendenöffnung lässt weniger Licht durch, sorgt jedoch für eine größere Schärfentiefe. Ähnlich wie unsere Augen, die sich bei hellem Licht zusammenziehen, hilft eine kleinere Blende dabei, mehr Bereiche im Bild scharf darzustellen.
2. Verschlusszeit
Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Bei dunklen Motiven – etwa einem Sternenhimmel – kann eine längere Belichtungszeit genutzt werden, um mehr Licht einzufangen. In solchen Fällen empfiehlt sich ein Stativ, damit das Bild nicht verwackelt.
Wenn sich während einer langen Belichtung etwas bewegt, entsteht Bewegungsunschärfe. Dieser Effekt kann bewusst eingesetzt werden, um Bewegung und Dynamik im Bild sichtbar zu machen.
3. ISO
Der ISO-Wert verstärkt das aufgenommene Licht elektronisch, wenn Blende und Verschlusszeit nicht ausreichen. Ein hoher ISO-Wert macht das Bild zwar heller, führt aber auch zu stärkerem Bildrauschen. Deshalb gilt: Je niedriger der ISO-Wert, desto besser ist in der Regel die Bildqualität.
Zusammenspiel der drei Einstellungen
Blende, Verschlusszeit und ISO stehen in direkter Beziehung zueinander. Wenn zwei Einstellungen zu wenig Licht liefern, muss die dritte dies ausgleichen, damit die Aufnahme korrekt belichtet wird.
Besonderheit in der Filmproduktion
In der Filmproduktion entsteht häufig eine besondere Situation: Große Sensoren nehmen viel Licht auf und gleichzeitig bleibt die Blende für den gewünschten Bokeh-Effekt weit geöffnet. Da die Verschlusszeit für einen natürlichen Bewegungslook nicht beliebig verkürzt werden kann, kann selbst der niedrigste ISO-Wert noch zu viel Licht erzeugen.
Hier kommen Neutraldichtefilter (ND-Filter) zum Einsatz. Sie funktionieren wie eine Sonnenbrille für die Kamera: Sie reduzieren das einfallende Licht, ohne den gewünschten Bildstil zu verändern. 🎥📷