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Blende, Verschlusszeit und ISO
Digitalkameras (z.B. Smartphones) fangen Licht ein und verwandeln die Information in ein digitales Bild.
Fotografen sind “Lichtfänger”.
Das Herzstück einer Kamera ist der Sensor. Umso größer dieser ist, desto mehr Licht kann eingefangen werden.
Speziell in dunklen Szenarios (Low Light) hat der Sensor einen größeren Einfluss auf die Qualität des Bildes. Dabei ist die Größe (in Zoll) wichtiger als die Auflösung (in Megapixel).
Smartphones besitzen relativ kleine Sensoren und sind daher für den professionellen Einsatz (noch) nicht geeignet, wenngleich Algorithmen den Unterschied teilweise gut kompensieren können.
Die Brennweite lässt sich einteilen in
- Weitwinkel-Objektive haben eine kurze Brennweite von z.B. 24mm.
- Das normale menschliche Sichtfeld entspricht ca. 50mm.
- Tele-Objektive haben eine lange Brennweite von z.B. 70mm.
Zu kleine Brennweiten bringen zwar mehr Information in ein Bild (Gesamte Familie passt auf Selfi-Kamera). Dies führt aber zur einer perspektivischen Verzeichnung. D.h. Augen, Nase und Lippen wirken stark vergrößert, während die Ohren verkümmert sind.
-> Verwende für Portraits mindestens 50mm. Dies hat auch den schönen Bokeh-Nebeneffekt (Hintergrund-Unschärfe).
Neben der perspektivischen Verzeichnung gibt es auch die optische Verzeichnung, die ein reines Produkt von schlechten Linsen ist.
Im Folgenden werden 3 Komponenten einer Kamera erklärt, mit denen man gezielt Effekte erzeugen kann.
- Blende (Hintergrundunschärfe - "Bokeh")
- Verschlusszeit (Bewegungsunschärfe)
- ISO
Alle 3 Elemente beeinflussen, wie viel Licht eingefangen wird (mehr ist besser). Da das eingefangene Licht aber nicht zu hell (überbelichtet) und nicht zu gering (unterbelichtet) ausfallen soll, müssen alle 3 Komponenten ausgewogen zueinander stehen. Die 3 Elemente hängen zusammen.
1. Blende
Die Blende ist die vorderste Schutzklappe eines Objektivs und lässt sich stufenweise öffnen und schließen. Eine geringe Blendenöffnen lässt nicht nur weniger Licht in die Kamera - sie macht das Bild auch schärfer. Auch wir Menschen schließen unsere Augen etwas, um Entfernte Objekte schärfer erfassen zu können.
2. Verschlusszeit
Stell dir einen dunklen Sternenhimmel vor. Welche einfache Möglichkeit bietet die Kamera, um mehr vom spärlichen Licht einzufangen? Richtig! Man kann den Sensor einfach länger belichten, also die s.g. Verschlusszeit erhöhen. Hierzu ist ein Stativ empfehlenswert, damit kleine Wackler nicht sichtbar werden.
Welches Ergebnis liefert eine langen Verschlusszeit, wenn man sich bewegende Menschen oder Objekte fotografiert? Bewegungsunschärfe.
3. ISO
Mit der elektronischen Nachbelichtung lassen sich leider keine tollen Effekte erzielen. Sie ist die letzte Möglichkeit, etwas Helligkeit in ein dunkles Bild zu bekommen, wenn die anderen Mittel versagt haben. Dies hat den negativen Effekt von vermehrtem Rauschen im Bild. Daher gilt: Umso geringer die ISO, desto besser.
Die 3 Elemente ISO, Blende und Verschlusszeit hängen zusammen. Wenn 2 davon zu wenig Licht liefern, muss die dritte Komponente dies ausgleichen.
In der Filmproduktion gibt es aber auch einen umgekehrten Effekt. Große Sensoren liefern viel Licht und die Blende ist für den gewünschten Bokeh-Effekt ganz offen. Die Belichtungszeit lässt sich nicht verkürzen, da Filme immer einen Bewegungseffekt benötigen. Selbst bei minimaler ISO kommt daher noch immer zu viel Licht in die Kamera. Die einzige Lösung liegt an der Anwendung von s.g. Neutralfiltern, also "Sonnenbrillen" für die Kamera.